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Das Tourtagebuch von
Das Vollplaybacktheater


Mützenbier, Moschusochsen und Mottenkugeln

03.11.07 Herford

...und da sind wir wieder! Die Super-Papagei-Tour geht endlich weiter. Nach zwei Tagen in Bremen zwischen Kirmeslichtern und ausgelassenem Bremer Vollplaybacktheaterpublikum rollt unser Bus wieder kreuz und quer durch die Nation, um uns und vor allem Euch jede Menge lustige Stunden zu bereiten und das 10. Jahr im Leben des VPT gebührend zu feiern.

Die erste der besagten Shows in Bremen ist übrigens gleich so umwerfend, dass sich während der Aufführung einer unserer Gäste nach einem kurzen Blackout buchstäblich umgeworfen auf dem Parkett des Bremer Schlachthofs wieder findet. Glücklicherweise haben wir mit Thomas ja einen waschechten Doktor in unseren Reihen, und nach kurzer Unterbrechung und freundlichem Nachfragen folgt glücklicherweise eine rasche Genesung des Zuschauers, dem wir auf diesem Wege für seinen selbstlosen Einsatz danken möchten - nicht jeder Zuschauer klatscht so lange, bis er Kreislauf hat....

Heute in Herford geht die Show ohne derlei Komplikationen über die Bühne, obwohl das hiesige Publikum den Bremern in nichts nachsteht. Da im "X" nach unserer Aufführung gleich die Turntables angeworfen werden, beschließen wir die Nacht zum Tag zu machen (wie so oft...) und feiern bis der Laden schließt. Das macht Spaß, nicht nur, weil es viel zu gucken, viel zu tanzen und viel zu trinken gibt, sondern auch, weil man dem Kollegen David in der großen Halle oben von der Galerie Bier auf die Mütze kippen kann...

Als der Nightliner sich schließlich auf den Weg nach Lüneburg macht, beginnt der anstrengende Teil der Nacht. Wir haben von Freunden zum 10. Geburtstag nämlich eine schöne Konservendose "Dicke Sauerländer"-Bockwürste geschenkt bekommen, und die müssen jetzt dran glauben. Da bleibt es natürlich nicht aus, dass David sich an mir wegen der Bier-auf-Mütze-Attacke mit einer Gut-durchgekaute-Wurststückchen-Masse-ins-Gesicht-Dusche rächt, einen Wurstwasser-Trinkwettbewerb einläutet und auf Doktor Thomas' Handykamera Reden ans Volk hält, die keiner hören will ("Ich bin nicht besoffen, ich bin immer so!").

Ganz nebenbei wirft SupaKnut einige seiner berüchtigten Fragen zum Weltverständnis in die Runde, die von der ganzen Bagage eingehend ausdiskutiert werden.
Heute Nacht gibt es folgendes zu klären:

1. Woher kommt eigentlich der Begriff "moschen", den man stellvertretend für "abrocken" oder auch "headbangen" benutzt?
2. Woraus bestehen Mottenkugeln.

Und hier die Ergebnisse unserer kleinen philosophischen Runde:

Zu Frage 1:
- Möglichkeit a):
Die Jünger des 1999 verstorbenen "Königs der Blasmusik" Ernst Mosch erfanden zu Ehren ihres Idols den Begriff "moschen", der das taktgenaue Kopfnicken zur Musik der Original Egerländer Musikanten bezeichnet.
- Möglichkeit b):
Der Begriff "moschen" leitet sich von der Moschee ab, dem islamischen Gebetshaus, in dem die Gläubigen den Kopf gen Mekka neigen, was den Laien an die Bewegung beim Headbangen erinnern könnte.
- Möglichkeit c):
Es geht gar nicht um den Islam, sondern um den jüdischen Glauben. Der Rabbi, der im Gebet den Propheten Moses (jüdisch: Mosche) um Beistand bittet, hebt und senkt den Kopf wie beim Tanze...
moschen - Möglichkeit d):
Der Moschusochse, der in der Brunftzeit seinen mächtigen Kopf auf und niederwirft um die Moschuskühe (heißt das so?) zu beeindrucken, besticht durch sein ungewöhnlich langes und zotteliges Haupthaar. Die aufmerksame Dorfjugend ist so beeindruckt, dass sie das Verhalten des Ochsen auf der nächsten Scheunenparty zu harter Rockmusik (Bon Jovi oder so) nachahmt.

Zu Frage 2:
- Möglichkeit a):
Mottenkugel ist nur eine durch die Form geprägte umgangssprachliche Bezeichnung für die Mottenbeere, die am Mottenbeerenbaum wächst und nach toten Maden schmeckt.
- Möglichkeit b):
Die Mottenkugel ist eigentlich die Motte selbst, jedoch verpuppt, also der Mottenkokon.
- Möglichkeit c):
Mickey Mouse's extraterrestrischer Freund Gamma hat seine Leibspeise Naphthalin in Form von kleinen Kugeln aus dem Weltall mit auf die Erde gebracht. Die Wirkung auf Motten wurde nur zufällig entdeckt.
- Möglichkeit d):
Mottenkugeln sind nichts anderes als Mottenhoden.

Zusatz:
Um Motten loszuwerden muss man sich übrigens lediglich im Schrank verstecken, eine Motte, die ums Licht kreist mit der Hand fangen, ihr den Mund öffnen, die Zunge mit Daumen und Zeigefinger ein Stück herausziehen, ihr dann eine Mottenkugel auf die Zunge legen, dieselbe wieder hinein schieben und dann in der hohlen Hand kräftig schütteln. Nach wenigen Minuten sollte die Motte erledigt sein.

So, noch Fragen? Dann schickt sie doch einfach an knut@vollplaybacktheater.de

Bisbald, Euer Christoph

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